Grundsätzliches zur Bildgestaltung und zum Arbeitsprozess

Nicht ein Plan treibt mich zum Malen, sondern der Wunsch ein Bild entstehen zu lassen, welches über die auf meinen Wanderungen und Bergtouren entdeckten Motive und über die Schönheit der Natur berichtet.

Die Landschaftsmalerei ist ein Schwerpunkt in meiner Arbeit.  Ausgangspunkt für die Freiluftmalerei ist immer die Momentaufnahme eines Naturerlebnisses oder eine besonders beeindruckende Ansicht. In den vor Ort entstandenen Gemälden spiegelt sich der unmittelbare Eindruck eines Motivs besonders wieder.

Für ein Atelierbild gelten andere Regeln. Für Arbeiten im Atelier sind die unterwegs entstandenen Aufzeichnungen in Skizzenbüchern, Aquarellstudien oder Fotos in Form von Diapositiven Grundlage für die eigene Komposition eines Landschaftsbildes.

Die zu Hunderten archivierten Fotografien in Form von Diapositiven und Digitalaufnahmen haben für mich nur eine unterstützende Funktion.  Indem ich die Vorlage eines Landschaftsmotivs möglichst genau übertrage, entgehe ich der Versuchung Proportionen und Details zu verändern und den Bildausschnitt nach den kompositorischen Regeln zu harmonisieren.

Die Vergrößerung des Motivs und die den Arbeitsprozess abschließende farbliche Gestaltung und Veränderung des Motivs führt jedoch zu einer neuen Realität und einer neuen Wahrheit jenseits der fotografischen Momentaufnahme oder einer allgemein bekannten Ansicht des Motivs.

Wie die Momentaufnahme des Fotos, so sind auch meine gemalten Landschaften nur Analogien zum wirklichen Naturausschnitt. Auch wenn ich ein Motiv möglichst getreu nach der fotografischen Vorlage gestalte, gewinnt das Gemälde zusätzliche Qualitäten, welches es von seiner Vorlage unterscheidet.

Das Gemälde erhält durch den Wechsel des Mediums und die Vergrößerung des Formates eine andere, intensivere Präsenz, als sie die fotographische Darstellung besitzt.

Ein Bild hat mehr Wirklichkeit als ein Foto, weil es selbst mehr Objektcharakter hat, weil es sichtbar mit der Hand gemalt ist, d.h. greifbar materiell hergestellt wurde.

Während die fotografische Wiedergabe immer den Moment betont, eine Situation oder ein Ereignis fixiert, steht das Gemälde immer noch in einer kunsthistorischen Tradition, die jedes Motiv sofort transzendiert und es dadurch zeitlos und allgemeingültig erscheinen lässt.

Meine Landschaften zeigen immer nur einen Ausschnitt der Natur, wie er zwar der sichtbaren Wirklichkeit, aber nicht der Wahrheit unserer heutigen Zeit entspricht.

Die Wahrheit ist eine andere. Durch die Auswahl des Motivs und was die malerische Auflösung der Details nicht zeigen, sind alle Landschaften nur Wunschbilder und Ansichten einer verlorenen Wirklichkeit und Wahrheit.

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Herbst im Bröhltal, Pastell, 44 cm x 64 cm, 2014 

Die Sehnsucht der Menschen nach einer heilen und ökologisch intakten Umwelt führen auch bei mir zu einer merkwürdig ambivalenten Position eines Romantikers, mit expressionistischen Mitteln etwas Schönes zu malen, aber auch der Moderne verpflichtet zu sein.

Zitat :
Was ein Gemälde zeigt, ist nicht unbedingt das, was dort ist.
Es ist das, was uns ohne Ende beschäftigen kann, weil es nur auf seine Weise erscheint.
Wann ein Kunstwerk gelungen ist, diese Entscheidung nimmt dem, der da wirkt, keiner ab. Ob es so ist, das ist die Frage, die für ihn entfällt.

Matthias Tripp

Über Fritz Engelhardt

I paint mainly landscapes. When traveling, I let myself inspire by the impressions of nature. In the past, the landscape of the mountains a priority in my work. In recent years, work came to the sea and the north German countryside. As in the exposure of on tours in the mountains, one is confronted by the sea with the primal forces of nature. The vastness of the sky with its play of colors at sunset or in bad weather, the light reflections on the water and the wind that throws the surf thundering and rushing to the beach, offer me a variety of impressions, which I in my paintings of marine subjects want to play. The motifs discovered while I hold the sketch pad or take a picture. Additionally arise watercolor studies or pastels, which serve further work in the studio
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